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Donnerstag, 29.07.2010

Wiedereröffnung Freibad Obergrombach

Freibad-Segnung mit Weihwasser aus dem Petersdom

Für eine größere Bildansicht bitte auf das Bild klicken (nur verfügbar bei www.Obergrombach.NET)

Bruchsal-Obergrombach. Badeunfälle dürfte es eigentlich im sanierten Obergrombacher Freibad in Zukunft nicht mehr geben, da das Bad unter einem besonderen (himmlischen)Schutz steht: bei der Eröffnung mit Einsegnung durch Pfarrer Waldemar Janzer (Katholische Kirche) und Dr. Andreas Wicke (Evangelische Kirche) wurde Original-Weihwasser aus dem Petersdom benutzt. Mitgebracht hatte das Wasser die aktive Kapelle des Musikvereins „Eintracht“ Obergrombach, der in der Nacht vor der Wiedereröffnung von einem Besuch in Fabriano/Italien zurückgekehrt war und sich bei einer Papst-Audienz das kostbare Nass besorgte.

11 Monate Bauzeit, 1,25 Mio. Euro Gesamt-kosten und über 1.200 unentgeltliche Arbeitsstunden des Fördervereins Schwimmbad Obergrombach – und das Ergebnis kann sich wahrhaftig sehen lassen: Oberbürgermeister Bernd Doll konnte den Obergrombachern ein kleines Schmuckstück übergeben. „Dies ist ein guter Tag für Obergrombach!“ titulierte Bernd Doll bei seiner Eröffnungsrede. Das scheidende Bruchsaler Stadtoberhaupt verbinden persönliche Erlebnisse mit dem Bad, hat er doch hier in seiner Jugend die Schwimmkunst erlernt. Und nicht zuletzt seinem persönlichen Einsatz war es zu verdanken, dass im Herbst 2007 eine erster Entwurf für eine Realisierungsmaßnahme erstellt wurde und im Frühjahr 2008 der Bauantrag gestellt werden konnte. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es nötig, eine Kosten/Nutzen-Analyse für ein derartiges Projekt zu erarbeiten“, sagte Bernd Doll. Und diese fiel nach Abwägung der Investition zum gesellschaftlichen Leben in Obergrombach positiv für den Stadtteil am Oberlauf des Grombach aus. Abschließend bedankte sich Bernd Doll bei Geschäftsführer Peter Solberg und Hartmut Koch (beide Stadt-werke Bruchsal), beim Planungsbüro Fritz und besonders beim Förderverein Obergrombach für die gute Zusammenarbeit bei der Sanierungsmaßnahme.

Ortsvorsteher Jens Skibbe beglückwünschte Obergrombach zum „am schönsten gelegensten und malerischsten Bad Bruchsals“. Er wies darauf hin, dass mit der Übergabe des Bads an die Öffentlichkeit ein zehnjähriger Kampf zu Ende geht, den der Ortschaftsrat Obergrombach, aber insbesondere der Förderverein Schwimmbad Obergrombach mit der rührigen Vorsitzenden Michaela Taghi-Aghdiri an der Spitze geführt haben.

Michaela Taghi-Aghdiri erinnerte in einem Abriss an die Entwicklung der Sanierungsmaßnahmen. Dass eine Sanierung überhaupt zustande gekommen ist, ist nicht zuletzt verschiedenen Verpflichtungen zuzuschreiben, zu denen sich der Förderverein verpflichtet.

Zum einen hat der Förderverein von Anfang der Sanierungsarbeiten an mitgeholfen und sich auch für die Zukunft bereit erklärt, bei der Pflege der Außenanlagen mitzuwirken.

Und auch finanziell hat sich der Förder-verein stark engagiert: über 20.000 Euro wurden in eine Wasserrutsche investiert.

Michaela Taghi-Aghdiri bedankte sich bei allen Fördervereins-Mitgliedern, die bei der Sanierung mitgeholfen haben, und insesondere für die Geld- und Sachspenden, die dem Bad zugute kommen. Nicht zuletzt bedankte sich die Fördervereins-Vorsitzende bei ortsansässigen Firmen und Handwerkern, die ehrenamtlich an Bad und Gebäuden mitwirkten.

Umrahmt wurden Einweihungsfeier – zu dem sich trotz ungewisser Witterung mehrere hundert Badefreunde eingefunden hatten - und das anschließende Gartenfest von der aktiven Kapelle des Musikvereins „Eintracht“ Obergrombach – nur wenige Stunden zuvor aus Italien zurückgekehrt -, von der Guggenmusik „Nashörner“ und der Gitarren-Formation „Vielsaitig“ umrahmt.

Geschichte und Sanierungsgeschichte des Obergrombacher Freibads

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Das Obergrombacher Freibad ist im Jahr seiner Generalsanierung und Wiedereröffnung genau 55 Jahre alt. Im Jahr 1954 stellte der damalige Besitzer von Burg und Schloss Obergrombach, Herr Berthold von Bohlen und Halbach, der Stadt Obergrombach ein Gelände zum Bau eines Freibads zur Verfügung. Einzige Bedingung der Familie Bohlen und Halbach war, einen eigenen privaten Zugang zu dem Bad zu bekommen. Die Gemeinde Obergrombach ließ sich diese Offerte nicht entgehen, und baute ein – nach den damaligen Verhältnissen – modernes Freibad. Neben der ebenfalls Anfang der 50iger Jahre errichteten „Festhalle“ besaß Obergrombach nun ein zweites Bauwerk, das den kleinen Ort weit über die Umlandgemeinden heraushob. In den 60iger und 70iger Jahren waren an manchen Wochenend-Tagen 1.000 und mehr Besucher in dem landschaftlich reizvoll gelegenen Bad. Mit der Eingemeindung 1971 ging der Besitz des Bads auf die Stadt Bruchsal über, die jedoch die Trägerschaft an die „Stadtwerke Bruchsal“ weitergab.

Im Jahre 2001 schenkte Eckbert von Bohlen und Halbach – der Sohn von Berthold von Bohlen und Halbach – schließlich das Schwimmbad-Gelände endgültig der Stadt Bruchsal.

Schon vor der Jahrtausendwende hingen bedrohliche Schatten über dem Bad: mangels Anpassung an neue Standards und Anforderungen drohte die Schließung des Freibads. So wurde bereits 1999 der „Förderverein Schwimmbad Obergrombach“ gegründet; und seit Gründungsdatum steht Michaela Taghi-Aghdiri ununterbrochen an der Spitze dieser Interessenvertretung. Schon früh engagierte sich der Verein im Bereich der Pflege der Außenanlagen, aber für eine totale technische Sanierung fehlten dem Verein naturgemäß die Mittel.

Nachdem vor einigen Jahren die Totalsanierung des Heidelsheimer Bads in Angriff genommen wurde, kam auch für Obergrombach Bewegung in die Sache.

Nach Generalsanierungs-Beschluss durch den Stadtrat Bruchsal wurde im Herbst 2007 ein erster Entwurf erstellt, im Frühjahr 2008 erfolgte der Bauantrag, und am 21. Juli 2008 begannen die Sanierungsmaßnahmen.

Da Obergrombach in das Landessanierungsprogramm aufgenommen wurde, konnten die Abbrucharbeiten des alten Bad-Gebäudes zu 100% sowie die Sanierungsarbeiten am Schwimm-Meister-Gebäude zu einem Drittel mit insgesamt 60.000 Euro gefördert werden.

Von August bis Dezember wurden die Roh-Arbeiten ausgeführt. Das alte Becken mit 290 Quadratmetern und bestehenden Wassertiefen (Nichtschwimmerbecken 0,6-1,35 Meter; Schwimmerbereich 1,35-2,70 Meter) und das Schwimmmeister-Gebäude wurden beibehalten. Ansonsten wurde so gut wie alles neu gebaut oder installiert. Das Bad erhielt eine neue Folien-Verkleidung, eine Beckendurchströmung sowie eine umlaufende, sogenannte „Wiesbadener Rinne“. Wege-Rampen und ein behindertengerechter Einstieg sorgen für einen barrierefreien Zugang für Kinderwagen und Rollstuhl. Das Bad wurde mit zwei Startblöcken und einer neuen Rutsche ausgestattet. In einem Neubau wurde im Untergeschoss die Bädertechnik untergebracht; dazu beherbergt es Kiosk, Kasse, einen Lagerraum, Umkleide- und Sanitärräume. Filtertechnik und der Schwallbehälter für die Wasseraufbereitung wurden vollständig erneuert. Ein neues Sonnendeck und eine Kioskebene stehen den Badegästen ebenso zur Verfügung wie neu angelegte Liegewiesen. Spielgeräte für Kinder – u.a. ein „Matschplatz“ und ein Seilaufstieg – wurden der Gelände-Topografie angepasst.

Insgesamt schlug die Sanierung mit 1,25 Mio. Euro zu Buche – aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Das Obergrombacher Freibad war ein Treffpunkt der Generationen – und wird es wieder werden“, diese Aussage tätigte Oberbürgermeister Bernd Doll aus tiefster Überzeugung bei der Einweihung des Bads.

K.K. / 7.6.2009

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